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Alles beim Alten lassen?


„Die Menschen, so wie sie sind, sind die richtigen. Wir müssen sie nicht umerziehen – und wir dürfen es auch nicht.“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einem Interview in der „Zeit“ Nr. 12/2015. Das ist ein Satz, der zunächst einmal – wie das ganze Interview – klug und nachvollziehbar ist. Ja, das kann man so sehen. Doch dann kommen bei uns als Weiterbildner und Berater auch gleich die Fragen: Also alles so lassen? Menschen, Abteilungen, Organisationen so lassen …? Das kann so nicht gemeint sein. Auch nicht von Ministerpräsident Kretschmann, denn gerade er fordert ja Entwicklung ein.

Wir verstehen die beiden Sätze – und das deckt sich mit unserer Grundeinstellung – so : Es gilt, die Menschen (ebenso die Organisationen) so zu respektieren wie sie sind, ihre Entwicklung, ihre Konstruktion von Wirklichkeit. Gleichzeitig brauchen Menschen und Organisationen Anstöße von außen, um sich weiterentwickeln zu können. Diese Anstöße dürfen jedoch nicht besserwisserisch sein. Formen einer konstruktiven Rückmeldung auf Augenhöhe – wie wir sie in unseren Kursen vermitteln – sind hier ein guter Ansatz. Und eine Chance, sogar eine Notwendigkeit, denn „wer seinem Gegenüber eine notwendige Rückmeldung vorenthält, der nimmt ihm eine Entwicklungschance.“ (Norbert Winer, Begründer der Kybernetik)